meine geschichte.

Was kann man machen, wenn es einem schlecht geht? Man kann.... ...Tanzen ...Schreiben ...Musik machen ...Laut schreien ...mit jemandem Reden ...gegen einen Boxsack "kämpfen" ...Meditieren ...Singen ...sich beraten lassen von einer neutralen Person (Beratungsstelle) es gibt so viele Möglichkeiten, etwas gegen Traurigkeit, Wut, Aggressionen, Selbsthass usw. zu tun. Es gibt aber auch Praktiken und Denkweisen, die einem eventuell das Gefühl geben können, der richtige Weg für sich selbst zu sein, um schlechte Gefühle etc. abbauen zu können, die aber im Endeffekt nur noch mehr Probleme verursachen. Man will ein Ventil, man braucht einen Ausgleich. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Man hat Stress in der Schule, die Eltern nerven permanent, wenn man dann endlich zu Hause ist, man hört Sätze wie : "Iss doch mal was, mein Kind, wir machen uns doch Sorgen um dich!" "Wieso können die mich nicht einfach in Ruhe lassen? Warum bohren die immer weiter, sie merken doch, dass das denen nicht bringt. Ich will einfach nur meine Ruhe haben. Essen, wenn ich will. So viel essen, wie ich will." Aber eigentlich hat man gar keinen Hunger. Irgendwas bedrückt einen. Man will sich aber nicht damit auseinandersetzen, man will doch nur leben. Feiern gehen. Shoppen gehen. Jungs treffen. Sport machen, tanzen. Sich leicht fühlen, leicht s e i n. Aber irgendwann merkt man, dass man fast keine physische Energie hat. Spätestens im Sportunterricht oder beim "Powershopping" mit der besten Freundin, die ganz normal is(s)t. Dir wird schwindlig, vor deinen Augen flirrt alles, alles dreht sich. In den Ohren fiept es, als säßen dort tausende Grashüpfer. Und dann siehst du schwarz. Siehst nur viele Menschen um dich herum. Oder auch Klassenkameraden. Viele tuscheln, lachen, lästern, beschimpfen dich. STOP. STOPSTOPSTOPSTOPSTOPSTOOOOOP!!!!!!! Dort hört der Spaß auf! Der Körper braucht Energie und ich sage euch, durch herausstehende Knochen oder Haarflaum im Gesicht (Ja, das passiert, wenn man zu dünn ist. Doofer Nebeneffekt, was?!) wird man nicht attraktiver. Wirklich nicht. Man hört dann Kommentare wie "Ey, willst du mein Pausenbrot?" oder "Na, Püppchen, soll ich dich auffangen, wenn du fällst? Sind ja überall Knochen..." Ich brauche sowas nicht. Ich spreche aus Erfahrung und ich hasse es, wenn ich dann sehe, das kleine 14 Jahre alte Mädchen Blogs erstellen, in denen sie Anas und Mias Brief bloggen, diese Gebote posten und sich dann noch über Leute wie mich aufregen, dass sie doch nicht versuchen sollten, etwas gegen sie unternehmen zu wollen, da dies sowieso nichts bringen würde. Ich glaube sehr wohl, dass es etwas bringt, und sogar wesentlich effektiver ist, wenn jemand einen Blog erstellt gegen Essstörungen, der selbst damit konfrontiert ist und/ oder war, als Personen, die sich einfach nur hinstellen und sagen: "So, Essstörungen sind lebensgefährlich und schlecht, sie zerstören den Körper und machen euch extrem krank." Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass es schlecht ist, wenn man als Außenstehender etwas gegen ES machen will, nur, dass es glaube ich nicht so effektiv ist, als wenn dies ein Betroffener/Ehemaliger tut. Man kann sich besser in die Betroffenen einfühlen, nachempfinden, wie es ihnen geht. Natürlich gibt es viele verschiedene Formen von Anorexie und Bulimie. Jeder Betroffene hat seine eigene Geschichte. Wie er dazu "gekommen" ist; viele Faktoren spielen dort eine Rolle: - die familiären Umstände - Freunde? feste Beziehung? -> stabile Beziehung? treue Freundinnen und Freunde, auf die man zählen kann, die immer für einen da sind, wenn man sie braucht? "Wahre" Freunde? - schulische Leistungen? Leistungsdruck? Bei mir war es der familiäre Druck, der mich in diese Krankheit trieb. Siehe meine ersten beiden Einträge. Ana ist nicht dein Freund, denn auch Freunde können Feinde sein, vergiss das nie. Ana ist ein trojanisches Pferd. Ehe du dich versiehst, ist die Krankheit ausgebrochen. Man will ein "bisschen" abnehmen, sich bewusster und gesünder ernähren. Aber ist es gesund, einen Apfel und 4 Liter Wasser an einem Tag zu konsumieren? Vielleicht noch eine Packung Zigaretten zu rauchen? NEIN. Das ist ganz und gar nicht gesund. Das ist krank. Aber man kann etwas gegen Ana tun, gegen diese falsche Freundin. Du kannst sie anschreien, ihr sagen, dass du nur auf wahre Freunde zählst und keine falschen Schlangen brauchst in deinem Leben. Denn dünn sein ist eine Sache. So dünn zu sein, dass man jeden Moment Angst haben muss, umzukippen und so dünn zu sein, dass man das Skelett und die vielen Knochen durchsieht, durch die zarte und verletzliche Haut, eine andere. Verträumte Fotos von Mädchen, Elfenähnlichen Wesen als Header für den Ana-Blog. Das alles ist Fantasie, das sind Wunschwesen. Perfekte, makellose Haut, Porzellanfarbener Körper, durchscheinende Äderchen und filigrane Tattoos neben den feinen Flügelchen. Seidige Kleider. Mondschein. Blutige Tränen fließen über die Wangen des perfekten Wesens, aus diesen wunderschönen, mandelförmigen, großen Augen. Man kann so viel zeichnen, kolorieren. Aber ist das dann auch die Realität?

7.7.11 21:02

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